
VEREHRT UND ANGESPIEN! CARSTEN BÜLOW: DAS TESTAMENT DES FRANCOIS VILLON
Unter
Landstreichern und Verbrechern ist der begnadete Dichter Villon ebenso
zu Hause wie bei Herzögen und Fürsten. Die einen beeindruckt er durch
seine Balladen, die anderen durch seine Kühnheit, beide durch seine
Frechheit und respektlos lose Zunge. Als ein Hin- und Hergerissener
zwischen den Welten durchblickt er die Falschheit und den Opportunismus,
die fehlende Verlässlichkeit und den Verfall der Werte. Doch er ist
auch selbstherrlich, arrogant und eigensinnig, wechselt die Betten wie
die Verse. Villons
Balladen sind drastisch und verdorben, unverschämt und ehrlich. Die
Dichtung ist seine Waffe gegen die Gesellschaft und den Zustand der
Welt, die er verachtet und ohne die er nicht wäre, was er ist. Seine
letzten Lebensjahre verbringt Villon in der Verbannung – und verfasst
mit seinem Hauptwerk „Das große Testament“ eine ungeschönte, pointierte
Abrechnung mit seiner Zeit und seinen Zeitgenossen. „…vom
Publikum bejubelte Premiere… Es ist beinahe so, als säße man mit dem
Mittelalter-Dichter in einem Wirtshaus. Vier Bier, fünf Schnäpse und
eine Bockwurst später ist Villon dem Publikum ein Vertrauter. Seine
Texte haben auch mit dem Leben heute zu tun, sind aktuell, ehrlich,
ungeschönt, direkt… Carsten Bülow spricht die Verse mit großer
Selbstverständlichkeit und Vertrautheit, wird zum Vagabunden, der etwas
zu sagen hat.“
(Ruhr Nachrichten 8.3.2011) Mit: Carsten Bülow Regie: Stefan Schroeder
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